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Vom 31. März bis zum 02. April haben wir unser erstes Fotografieevent >Die analoge Fotografie lebt< ins Leben gerufen. Drei Tage gab es viel zu sehen, zum Staunen und natürlich auch und viel zu reden. Das Kennenlernen und der Austausch standen dabei im Mittelpunkt. Mit vier Veranstaltungspartnern und zwei hochkarätigen Vortragsrednern wollten wir, die Freie Kunstakademie Hamburg, damit ein Programm bieten, dass die gesamt analoge Fotografie umfasst.
Wir danken Herrn Bernd Nasner vom Photohaus Colonnaden, Herrn Burisch von Rüdiger Maerz Hamburg, Herrn Müller von Open Eyes, Frau Kira Enss vom Butzlab, Herrn Henning Serger und Dr. Tankred Tabbert für die tollen Präsentationen, Gespräche und das Wissen das Sie mit uns geteilt haben, das man so nicht alle Tage bekommt.

Unser Dank gilt aber natürlich auch den knapp 30 analogen Fotograf*innen, die teils nicht einmal einen Anfahrtsweg von gut 600 km gescheut haben.

Rüdiger Maerz GmbH

Los ging es am Freitagvormittag mit einem Besuch bei Rüdiger Maerz GmbH, die sich seit über 40 Jahren um defekte Kameras, Objektive und andere Geräte kümmern.

Mit defekten Kameras ist keiner der Teilnehmer*innen angereist.
Aber in der Werkstatt von Fotomaerz warten natürlich immer irgendwelche defekten Geräte darauf, repariert zu werden, die wir uns dann auch eingehend anschauen konnten. Herr Burisch erklärte uns Grundsätzliches zur Thematik analoger Technik und machte uns Mut das vieles repariert werden könnte, wenn der Fall einmal eintreten sollte. Dabei wurde uns klar, dass das bloße Öffnen eine Kamera schon mit viel Zeit verbunden ist und eine Reparatur auch schon mal einige Tage in Anspruch nehmen kann.
Seit unserem Besuch bei Rüdiger Maerz wissen wir auch, dass die Pentax 645 N  nicht nur eine besondere Kamera, sondern auch der Schreck aller Techniker ist.

Open Eyes

Herr Müller von Open Eyes gewährte uns einen Einblick in die Dunkelkammer. Nicht nur einfach groß, sondern auch schon recht imposant waren seine beiden Maschinen für die E6- und die C41-Entwicklung.
Hier zeigte er uns wie ein Film in einem „Hänger“ durch die verschiedenen Bäder eine E6 Entwicklung geht. Obgleich die Maschinen im Kern schon sehr alt waren, sehen sie durch Instandsetzung und Pflege eigentlich nur etwas gebraucht aus. Da wurde auch ganz schnell klar, wie unglaublich robust diese „Dinger“ sind. Dennoch hat Herr Müller beim Entwickeln immer ein Augenpaar auf den Prozess gerichtet. Mit Infrarotkameras wird über einen Monitor ins Innere geschaut, ob alles seinen Gang geht. Als besonderes Schmankerl durfte jeder Teilnehmer einen Film kostenfrei zur Entwicklung abgeben und ihn am nächsten Tag abholen.

Photohaus Colonnaden

Das Photohaus Colonnaden ist ein Paradies für Kamerasammler und -nutzer. Von der kleinen Minox bis zur Fachkamera, vom Pancake bis zum Supertele, hier ist alles vertreten und das bei fairen Preisen, die Ihresgleichen suchen.

In einer gemütlichen Runde klärte uns Herr Nasner über den Gebrauchtmarkt auf. Dabei plauderte er auch schon einmal aus dem Nähkästchen und brauchte uns mit der ein oder anderen Anekdote zum Lachen. Viele was glänzt, ist nicht aus Gold, aber sein geübtes Auge entlarvt jede Kopie einer wertevollen Kamera. So gab er uns einiges an Tipps mit auf den Weg, um beim nächsten Einkauf einer Gebrauchtkamera nicht auf die Nase zu fallen.

Butzlab

Das Butzlab ist ein Fotolabor für Schwarz-Weiß-Fotografie und Inhaberin Kira Enss ist eine Virtuosin in der Ausbelichtung von Bildern. Schwarzweiß ist Ihr zwar Ihr Metier doch Ihre Sichtweise ist es nicht. Ihr Herz ist offen und so brennt Sie für das Analoge. Die Vielfalt, mit der Sie Bilder zu Papier bringt, ist fulminant. Von der richtigen Belichtung bis zur Retusche auf dem Papierabzug ist es ein aufwendiger Prozess. Frau Enss beweist täglich auf's Neue, das viele Bilder es wert sind, auf diese Weise wertgeschätzt zu werden. Denn was gibt es schöneres als das eigene, gut gelungene Bild an der Wand zu sehen.

Das Medium Dia

Der Vortrag von Hennig Serger, freiberuflicher Redakteur bei Photoclassic, zählte zu den Highlights. Nur wenige können so mit dem Medium DIA umgehen wie Herr Serger. Seinen, nur durch gelegentliche Fragen unterbrochen Ausführungen über die Filmbranche, hörte man gespannt zu.

Vieles wurde dadurch klarer und man begriff, was es für Anstrengungen als Filmhersteller bedarf, heute noch zu unseren Gunsten Filme zu produzieren. Als dann das Thema Dia zum Schwerpunkt wurde, erblickte man erstaunte Gesichter. Nur sehr selten, wenn überhaupt, hat man solche Möglichkeiten und solche brillanten Dias auf der Leinwand gesehen. Jeder konnte selber auf Leuchtplatten Dias „erleben“ und es wurde noch ein sehr langer Abend mit vielen Gesprächen.

Fotografie der Gegenwart

Zu guter Letzt rundete ein Vortrag des Kunsthistoriker Dr. Tabbert das Event ab.
In einer Sonntagsmatinee „Fotografie der Gegenwart“, fesselte Dr. Tabbert die Zuhörer, verschaffte uns einen tollen Überblick über die zeitgenössische Fotografie und brachte uns einige Fotografen und deren Werke nahe.

Zum Schluß noch einmal ein herzliches Dankeschön

Was bleibt, ist ein Aufruf:
Tragt es hinaus in die Welt, auf das viele die Schönheit und das bewusst fotografierte Bild wieder mehr zu schätzen wissen. – Analog zu fotografieren, ist wie Reisen mit Empfindungen und einer gewissen Sensitivität – digital zu fotografieren, ist wie fahren auf der Autobahn, mit dem Ziel, möglichst schnell an zu kommen.

Euer Team der Freien Kunstakademie Hamburg